Leika! Nicht den Biber fressen !!

28Bei-Lidkoeping
Mittlerweile sind wir bereits ein paar Tage in Südschweden unterwegs und machen rege Gebrauch vom Jedermannsrecht. Übernachten an schönen Orten mitten in der Natur, mit komfortablem Abstand zu Häusern.

Etwas ist uns aber aufgefallen. Die Schweden sind spürbar reservierter, manche grüßen nicht einmal zurück. Hätten wir so nicht erwartet. Normalerweise wird unser Gespann mit Baby und 3 Hunden öfters angesprochen, hier aber nicht.

Wir haben uns keine weiteren Gedanken gemacht bis zu einem Ereignis am Vänern See. Ein schöner und entspannter Platz mit Privatbucht, für maximal 2 Fahrzeuge.

Eines Morgens zur Frühstückszeit bekommen wir Besuch. Ein Spaziergänger läuft im Abstand von ca. 20m zum Ufer runter. Unsere Hunde sind nicht angeleint. Dafür haben wir auch keine Veranlassung gesehen. Der Platz ist ziemlich gut durch Wald und See begrenzt und andere Tiere gab es nicht.

Weit gefehlt! Der Spaziergänger kommt aufgebracht zu uns rüber und motzt los. Wir sollen doch gefälligst unsere Hunde anleinen. Das geht so nicht. Hier gibt es wilde Biber. "We in Sweden have to protect our environment. Because everywhere else is shit.... " Aha.... 
Kein Hello, kein Guten Morgen, kein Vorspiel?

Das geht eine ganze Weile so, bis wir unsere Biber fressende Hunde angeleint haben. Danach trottet er immer noch sichtbar erregt von Dannen.

Verdutzt bleiben wir zurück. Wilde Biber gibt es hier also. Eine durchaus interessante Informationen. Den Tipp gebe ich gerne an unsere Hunde weiter. Die haben das noch gar nicht gemerkt. Was wir aber gemerkt haben, war eine wilde Müllkippe mit Altreifen. Ich bezweifele aber ernsthaft, dass hier ein Biber wohnt. Wären hier irgendwelche anderen Tiere, dann würde Elli, unser kleiner "ich darf nie jagen" Jagdhund, völlig ausflippen. Die liegt aber nur gelangweilt herum.

Wir haben eine ganz andere Vermutung. Die Schweden haben keine Lust mehr auf die Wohnwagentouristen (Unabhängig davon das sie vermutlich selber einen haben). Mann bekommt das unterschwellige Gefühl vermittelt... ihr seit Schmarotzer, benutzt unsere Straßen und kackt in unsere schöne Landschaft. 
Dann, wenn ich am Wochenende mal an meinen Lieblingsplatz picknicken möchte, ist der Platz belagert und dann lassen die auch noch ihre Köter frei laufen. Ich habe keinen Bock mehr auf Touristen!

Das sind die Schattenseiten der sonst so nützlichen Park4Night App. Sie bringt die Massen an wirklich schöne und abgelegene Orte, die bisher von Touristen nicht gefunden wurden. Auch wir hätten diesen Spot sonst nie gefunden. Das geht den Einheimischen vermutlich auf die Nerven. Die Plätze sind voll und nicht jeder hinterlässt ihn so sauber wie er ihn vorgefunden hat. Deshalb haben wir beschlossen, keine Plätze mehr einzutragen, bzw. nur mit Bedacht, falls Toiletten vorhanden sind....

Wir haben Konsequenzen gezogen. Bei einem schönen Spot parken wir in zweiter Reihe. Sonst springen die ganze Zeit Menschen um unser Auto herum. Am Wochenende meiden wir meistens die populären Orte... zu viele Einheimische...

Eine ähnlich bizarre Begegnung hatten wir an einen Strand in Öland. Was wie ein netter Plausch unter Hundebesitzer begann, endete in eine vermutlich ernst gemeinte Reisewarnung. Nach ca. 5 Minuten Gesprächsdauer wurde uns dringend davon abgeraten, in Stockholms Parks zu gehen. "The childs of Marroko will slit your throat for 10 bucks... criminal refugees everywhere. They only want our money" Aha.... Solche Spinner sind also nicht nur ein Problem in unseren östlichen Bundesländern.
Ernsthaft, so was erzählt man doch nicht wildfremden Leuten bei der ersten Begegnung!

Mit Absicht habe ich diesen Beitrag ein wenig reifen lassen. Zu ungewöhnlich waren mir diese Begegnungen. Jetzt, ein paar Monate später, kann ich nochmals reflektieren.
Auch hier bestätigt sich unsere Erfahrungen aus Südamerika. Überall dort wo die Populationsdichte hoch ist, sind die Menschen gestresster, gehetzter, unfreundlicher und rücksichtsloser. Ab der Mitte von Skandinavien, wo deutlich weniger Menschen leben ist eine deutlich enspanntere Atmosphäre zu spüren. 
Wir treffen viel häufiger auf freundliche Gesichter. Dort fühlen wir uns wohl, dort beginnt unser Abenteuer. Dieses Gefühl wird nochmals durch Alex und ihr kleines Missgeschick auf den Senja Island unter Beweis gestellt.

Aber unter uns: 
Wir ziehen wirklich erst weiter, wenn unsere Hunde keine Biber mehr zum Fressen finden....

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